Weg zur Sternwarte
Bildnachweis: Zeiss
Beispiel für den Raumeindruck in einer Kuppel.
Bild: "Natural Selection"
Beispiel einer Fulldome-Projektion.
Bild: "Evolucion"
Liebe Besucher, noch bis einschließlich 14.10.2010 werden aufgrund größerer Umbauten in der Planetariumskuppel sämtliche Veranstaltungen des Planetariums in den Hörsaal der Sternwarte oben auf dem Insulanerhügel verlegt. Leider haben sich die Arbeiten an der Lüftungsanlage und damit auch der Einbau der Projektoren so verzögert, daß wir den Eröffnungstermin 2 Wochen verschieben müssen.
Leider steht uns auf der Sternwarte im Hörsaal kein Sternenprojektor zur Verfügung, wir können Ihnen also leider keinen künstlichen Sternenhimmel bieten. Wir werden dennoch versuchen, Ihnen über Beamer, Dias oder Filme den Sternenhimmel und die Wunder des Universums näher zu bringen. Dafür können Sie nach den Veranstaltungen nur ein paar Schritte weiter durch das Fernrohr sehen – bitte schönes Wetter mitbringen!
Warum das? Was wird anders?
Die Idee, in einem Planetarium nicht nur den Sternenhimmel, sondern auch beispielsweise Landschaften oder astronomische Objekte über den ganzen Himmel zu projizieren, ist keine völlig neue.
Jahrzehntelang wurden hierzu Diaprojektoren benutzt, die aus einzelnen Segmenten ein Kuppelbild formten – auch in unserem Planetarium war dies nicht anders. Der Nachteil: Es sind unbewegte Bilder. Ab Mitte der 2000er Jahre begann man, dies zu ändern: Es wurden die ersten Beamersysteme in deutschen Planetarien eingebaut, die eine bewegte Ganzkuppelprojektion ermöglichen.
Ab Mitte Oktober 2010 können Sie dies auch im Planetarium am Insulaner erleben: Statt ratternder und klappernder Diaprojektoren werden nun Beamer bewegte Bilder an unsere Kuppel „zaubern“ - im 360° Panorama um den Besucher herum. Dadurch werden z. B. simulierte Reisen durch das Weltall oder Landungen auf fremden Planeten mit einem wirklichen Raumeindruck möglich.
Das dafür verwendete System ist eines der modernsten weltweit: das powerdome®VELVET System der Firma Zeiss.
Es ist die erste und einzige Videoprojektion der Welt mit einem absolut schwarzen Hintergrund bei einem Kontrast von 2.500.000:1. Das heißt, anders als bei anderen Beamersystemen wird der Himmel bei den schwarzen Partien einer Projektion nicht aufgehellt, so dass die Brillanz des künstlichen Sternenhimmels nicht gestört wird.
Das Berliner Planetarium am Insulaner ist weltweit nach Wolfsburg und Bochum erst der dritte Standort, an dem ein solches System installiert wurde.
Diese hochmoderne Projektionsanlage hat allerdings ihren Preis: Diese neue Technik verdanken wir einer großzügigen Zuwendung der Deutsche Klassenlotterie Berlin - also ein herzliches Dankeschön an alle Berliner Lottospieler!
Natürlich ist die Produktion von Fulldome-Planetariumsshows sehr viel aufwendiger als die mit klassischer Diatechnik - damit für den Zuschauer ein korrekter räumlicher Bildeindruck entsteht, müssen die Videos der Kuppelform angepaßt und auf die entsprechende hohe Auflösung des Systems gerechnet werden. Übrigens: Mittlerweile entwickelt sich "Fulldome" zu einer eigenen Darstellungsform, für die es seit 2007 sogar ein eigenes Festival gibt. (Info: www.fulldome-festival.de)
Die Inhalte für die bildliche Darstellung des Weltalls stellt die ebenfalls im Lieferumfang enthaltene Software UNIVIEW der schwedischen Firma SCISS bereit. SCISS nutzt die umfangreichen Datenbanken des Amerikanischen Museums für Naturkunde in New York. Die Zuschauer können so z.B. auf der Kuppelfläche das Panorama des Saturnrings mit der vorbeifliegenden Huygens-Raumsonde oder den Himmel mit Röntgenaugen betrachten. Auch Reisen weit hinaus ans Ende des bekannten Universums sind möglich.
Mit diesem neuen Projektionssystem können sowohl die astronomischen und wissenschaftlichen Programme als auch Musik- und Literaturveranstaltungen künftig noch interessanter, anschaulicher und attraktiver gestaltet werden.
Da der Einbau und die Justierung dieser neuen Projektionsanlage eine sehr komplizierte Angelegenheit ist, ist die Planetariumskuppel vom 26. Juli bis 15. Oktober nicht zugänglich. Neben dem Einbau der powerdome®VELVET-Projektoren wird auch das mittlerweile 44 Jahre alte Planetariumsgerät einer Generalüberholung unterzogen.
Wer nachverfolgen möchte, was sich im Laufe des Jahres im Planetarium so alles tut, ist eingeladen, ab und zu einmal in unser Internet-Tagebuch zu schauen: Unter www.sternenguckerin.de berichten wir regelmäßig und mit Bildern über alles, was es an Neuem zu erzählen gibt.
